Österreich ist ein Land, das gerne wegschaut. Diese Geschichte war zwar in den Medien halbwegs präsent, aber wo bleiben die Politiker, die sich dazu äußern? Wo ist die öffentliche Empörung? Wieso verflucht ist es in den Foren zu den diversen Artikeln die Ausnahme wenn das ganze verurteilt wird? Wieso versucht man stattdessen die Sache klein zu reden und das ganze als einzelne, dumme Lausbuben-Aktion abzustempeln?
Okay, versteht mich nicht falsch, der konkrete Auslöser dieser saudummen Tat ist bestimmt nicht zu gering in jugendlichem Leichtsinn zu finden. Dennoch: Hier spielt noch ein anderer großer, gefährlicher Faktor eine Rolle: "Rechts" zu sein ist wieder in, und das schon seit einiger Zeit.
Nicht zuletzt durch die Hochstilisierung verschiedener toter oder noch aktiver Politiker wird der Gesellschaft eine Botschaft vermittelt, dass man sich mittlerweile wieder durchaus rechts einreihen darf ohne gesellschaftliche Sanktionen erwarten zu müssen. Ja, man wird sogar dafür bewundert, dass man ausspricht was eh jeder zu sehen glaubt. Diese Akzeptanz eines Gedankengutes mit solch gefährlichem Potential ist der Auslöser anfangs angesprochener, dummen Aktionen.
Die Vertreter der großen Parteien wollen genau das immer noch nicht wahr haben. Angesprochen auf den Wahlerfolg von BZ/FP wird immer noch auf Protestwähler verwiesen und dann schnell das Thema gewechselt.
Kaum jemand will zugeben, dass dieses Phänomen schon lange über Protestwähler hinaus gegangen ist. Die Leute, die diese Parteien wählen wissen genau wo sie ihr X machen, das haben die Großparteien auch schon verstanden und versuchen selber (wenn auch viel zu spät und auf fragliche art und weise) die heiklen Themen aufzugreifen.
Da ist es dann auch völlig egal wenn sich FP/BZ von jegliche rechtsextremen Gedankengut distanzieren, schlimm genug wenn sie meinen, dass es heutzutage tatsächlich noch extremer gehen könnte...
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2009/05/12
2009/01/18
Dunkelgrün
Gerald Bäck hat hier, wie ich finde, gute Worte zum heute zu Ende gegangen Bundeskongress der Grünen gefunden. Jene kann ich nur unterschreiben.
Gerade bei den Grünen wäre ein viel lebendigerer Diskurs über die nachfolge von VdB wünschenswert und sogar notwendig gewesen.
VdB trauere ich übrigens auch noch sehr nach. Unter ihm hat die Partei eine Richtung eingeschlagen, die sie imho für _viele_ erst wählbar gemacht hat. die klaren aussagen zur wünschenswerten Linie in der EU Politik ist hier nur ein Punkt, den ich der Partei unter VdB sehr hoch anrechne.
Die vorgespielte, durchaus fragliche Einheitsdemonstration beim Bundeskongress täuscht trotzdem nicht darüber hinweg, dass es der Partei an aktuellen, einheitlichen Themen fehlt. Während am einen Ende Öllinger gegen Graf kämpft droht auf der anderen Seite Voggenhuber mit dem Rückzug und irgendwo zwischendrinnen taucht Bundesrates Dönmez mit höchst fraglichen Aussagen in den Medien auf. Presseaussendungen zu wirklich brisanten Themen, mit denen sich die Grünen auch durchaus Gehör schaffen könnten, wie Wirtschaftskrise, Gaskrise oder der Gaza-Konflikt sind höchst berechenbar und das Geld nicht wert, für die sie an die APA geschickt werden.
Auch mir bleibt jetzt nicht viel mehr über, als mit dem altbackenen Rat: Liebe Grüne, frischer Wind muss her!
Gerade bei den Grünen wäre ein viel lebendigerer Diskurs über die nachfolge von VdB wünschenswert und sogar notwendig gewesen.
VdB trauere ich übrigens auch noch sehr nach. Unter ihm hat die Partei eine Richtung eingeschlagen, die sie imho für _viele_ erst wählbar gemacht hat. die klaren aussagen zur wünschenswerten Linie in der EU Politik ist hier nur ein Punkt, den ich der Partei unter VdB sehr hoch anrechne.
Die vorgespielte, durchaus fragliche Einheitsdemonstration beim Bundeskongress täuscht trotzdem nicht darüber hinweg, dass es der Partei an aktuellen, einheitlichen Themen fehlt. Während am einen Ende Öllinger gegen Graf kämpft droht auf der anderen Seite Voggenhuber mit dem Rückzug und irgendwo zwischendrinnen taucht Bundesrates Dönmez mit höchst fraglichen Aussagen in den Medien auf. Presseaussendungen zu wirklich brisanten Themen, mit denen sich die Grünen auch durchaus Gehör schaffen könnten, wie Wirtschaftskrise, Gaskrise oder der Gaza-Konflikt sind höchst berechenbar und das Geld nicht wert, für die sie an die APA geschickt werden.
Auch mir bleibt jetzt nicht viel mehr über, als mit dem altbackenen Rat: Liebe Grüne, frischer Wind muss her!
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